Westweg 2019 – Tag 9

Tag 9: Montag, 5. August 2019, Etappenende bei Kilometer 234
Feldberg bis Richtstatthütte am Stuhlskopf, ca. 3 km hinter dem Belchen (24 km plus Umleitung Wieden ca. 4 km)

Nach kurzem Frühstück brechen wir gegen 9 Uhr auf und versuchen den Westweg wiederzufinden. Wie befürchtet, müssen wir ganz runter und dann wieder hoch. Aber das Wetter ist ja gut und wir können uns zwischendurch noch mal auf einer sehr langen Bank aus einem Baumstamm ausruhen.

In der Nähe der Biathlon-Anlage in Notschrei trinken wir gegen Mittag ein letztes Weizen zusammen und staunen über Bennis Wanderstiefel. Kaum hat man die mal 25 Jahre, schon gehen die Nähte auf.

Oli und Benni verabschieden sich Richtung Schauinsland und treten heute die Heimreise mit dem Zug an. Wir wandern weiter Richtung Belchen. Kurz vor Wieden ist leider noch immer die Umleitung ausgeschildert, von der wir schon im Internet gelesen hatten. Wir hören zwar keinerlei Forstarbeiten, trauen uns aber auch nicht, einfach weiter zu gehen. Also müssen wir mal wieder ganz runter und dann wieder komplett hoch. Der Umweg war mit ca. 2,5 km angeben, uns kommt es aber eher doppelt so lang vor.

Am Wiedener Eck ist ein Restaurant ausgeschildert, aber selbstverständlich hat das am Montag Ruhetag. Wir machen unsere Fotos beim Wiedener Eck Tor und wünschen uns eine Bank, auf der man wenigstens mal seinen schweren Rucksack abstellen könnte, ohne ihn zum Aufsetzen wieder komplett vom Boden hochheben zu müssen.

Weiter geht es hoch zum Belchen auf 1.415 m, wo wir gegen 17.15 Uhr ankommen. Die Gondeln laufen noch, was uns auf ein ebenfalls geöffnetes Restaurant hoffen lässt. So richtig glücklich ist die Frau an der Theke nicht, als wir um diese Uhrzeit noch zwei Portionen Pommes bestellen, aber bis zum Geschäftsschluss um 18 Uhr kommen noch ein paar andere nach uns, so dass sich unser Schuldgefühl in Grenzen hält.

Der Abstieg vom Belchen ist landschaftlich recht schön und laut Karte gibt es eine Hütte in erreichbarer Nähe. Das wäre auch gut so, denn bisher ist es reines Glück, dass wir heute bisher so trocken geblieben sind. Wir vermuten schon, dass wir irgendwo was übersehen haben, als plötzlich in der Ferne doch noch ein rotes Dach auftaucht.

Die Richtstatthütte am Stuhlskopf ist leer und hat eine schöne Aussicht auf den fernen Rhein zu bieten. Soviel mal zum Positiven. Natürlich sind die Bänke mal wieder so schmal, dass man diesmal wirklich nicht drauf schlafen kann und wir unsere Isomatten kurzerhand in den Dreck legen. Zum Glück ist der Boden nur staubig und nicht auch noch matschig. Eine Blätterunterlage als Schmutzschutz erweist sich als relativ zweckmäßig, aber irgendwann gehen uns die großen Blätter aus.

Nachts kommt das angesagte heftige Gewitter. Wir sind froh über unser stabiles Blechdach. Hätte es am Titisee so aus Kübeln geregnet, wäre das sicher kein Spaß gewesen. Mitten in der Nacht fährt in dem sehr abseits gelegenen Waldstück plötzlich ein Auto an unserer Hütte vorbei. Wir stellen noch Vermutungen darüber an, dass draußen vor dem Eingang gerade eine Menge Tiere sitzen und sich ärgern, weil wir ihre Zuflucht besetzen. Mit dieser lustigen Vorstellung im Kopf schlafen wir wieder ein und lassen Blitz und Donner vorüberziehen.

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