Westweg 2019 – Tag 8

Tag 8: Sonntag, 4. August 2019, Etappenende bei Kilometer 210
Titisee bis Feldberg (14 km, plus Umweg wg. Naturfreundehaus ca. 3 km)

Wer nachts um 3 Uhr aufs Klo muss ist überrascht, wie ruhig ein voll belegter Campingplatz sein kann. Der Himmel ist sternenklar und das ist gut so. Morgens werden erstmal Fotos vom nebligen See gemacht, an den wir uns dann auch zum Frühstück setzen. In dem kleinen Kiosk kann man tolle Brötchen und Schoko-Croissants kaufen.

Das feuchte bis nasse Schlafequipment wird eingepackt und wir machen uns auf, den Westweg wieder zu finden. Erstaunlicherweise geht es heute trotz des Gewaltmarschs von gestern wieder recht gut. Man sieht die Skisprungschanze von Hinterzarten und wir gehen Richtung Feldbergsee. Es gäbe noch eine Strecke obenrum, aber wir wollen ja zum Portal. Unterwegs fragt uns ein Schild, ob wir Durst haben. Äh, jaaa! Ein willkommenes Päuschen mit gekühlten Getränken erwartet uns. Wir möchten dem Erbauer und Unterhalter des „Milchhislis“ an dieser Stelle unseren außerordentlichen Dank aussprechen. Das ist so eine tolle Idee!

Die Sonne scheint wie verrückt und gegen 13 Uhr erreichen wir den Raimartihof, nicht weit entfernt vom Feldsee. Hier lernen wir, was „Bibbeleskäs mit Brägele“ ist und ruhen uns ein bisschen aus.


Der Feldsee ist recht nett, aber wir sind so viele Leute um uns herum einfach nicht mehr gewohnt. Die Jungs werden immer schneller beim Anstieg, Kik versucht auch ab und zu noch ein paar Fotos zu machen. Außerdem ist ihr dieser Deich mal wieder viel zu hoch.

Am „Tor zum Höchsten“ auf 1.287 Metern diskutieren wir kurz den weiteren Tagesablauf. Es ist schon 15 Uhr und wir sind ja quasi noch nicht ganz oben. Eine erreichbare Hütte ist auf keiner unserer Karten verzeichnet. Oli ruft bei einer möglichen Unterkunft an und wird von dem unfreundlichen Mann am Telefon ausgelacht, weil seine Zimmer schließlich schon seit einem halben Jahr ausgebucht wären. Dann eben nicht.

Wir erreichen den Feldberggipfel und gehen weiter zur Wetterstation. Benni steckt sein erster Tag noch etwas in den Knochen. Heute könnten wir auch mal früher irgendwo ankommen. Kurzerhand entschließen wir uns für das Naturfreundehaus am Feldberg. Auf Nachfrage am Telefon ist es dort überhaupt kein Problem, spontan ein Zimmer zu bekommen. Der Umweg hierfür übers Zastler Loch lässt uns allerdings vermuten, dass wir da heute runter und dann morgen wieder hoch müssen.

Die Landschaft ist toll. Am Wegesrand sind Heidelbeeren ohne Ende. Man möchte anhalten und pflücken, aber irgendwie wäre ankommen und Weizen trinken auch eine Alternative. Gesagt – getan.

Die nassen Sachen werden zum Trocknen auf die Wiese gelegt und dann gibt es erstmal einen großen Topf Kartoffelsuppe extra für uns. Unser Zimmer ist mal nicht ganz oben, aber Dusche und Klo natürlich eine Treppe runter. Nach dem Duschen machen wir einen netten Spieleabend.

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