Westweg 2019 – Tag 3

Tag 3: Dienstag, 30. Juli 2019, Etappenende bei Kilometer 81
Wegscheidhütte bis Darmstädter Hütte, ca. 5 km nach dem Mummelsee (26 km)

Die ruhige Nacht endet leider um 6.30 Uhr viel zu früh durch die Entdeckung der ersten Zecke. Sie ist zwar schnell entfernt, aber nun sind wir alle wach und brechen dann halt auf.

Unser Müsliriegelfrühstück planen wir für die Schwarzenbachtalsperre, nicht wissend, dass da überhaupt nichts Tolles zum Sitzen und/oder Gucken kommt. Unsere Alternative wird ein großer Stein mit dem optimistischen Hinweis „Zweiseenblick“.

Wir kommen in den Nationalpark Schwarzwald und sind gegen 10 Uhr an der Badener Höhe. Trotz Schmerzen an unterschiedlichsten Stellen wird natürlich auch dieser Turm bestiegen. Ein freundlicher Wanderer mit kompletter Fotoausrüstung im Gepäck, wirft sich spontan in den Dreck, um ein Foto von uns mit dem Turm zu machen. Vielen Dank für diesen Einsatz!

Oben auf dem Turm ist es nett, sofern man stark genug ist, die schwere Tür zu öffnen.
Das Naturfreundehaus hat erst ab 11.30 Uhr auf. Na gut, dann hier keinen Cappuccino, sondern nur frisches Wasser und ein WC, welches freundlicher Weise schon offen ist. Die nächste Möglichkeit hat Montag und Dienstag Ruhetag. Auf dem weiteren Weg kann man aber tolle Fotos von Schmetterlingen machen.

Dann ein Lichtblick: Auf einem Schild am Ende des Waldes steht: „Hundshütte geöffnet“. Wir bekommen tatsächlich endlich etwas zu Essen. Zum Frühstücken ist es mittlerweile viel zu spät, daher gehen wir gleich zu Wurstsalat und Wilden Kartoffeln über. Dazu gibt es Cola, Weizen und Cola-Weizen, weil es so lustig passt. Wir sind total im Glück!

Weiter auf dem Weg geht es dann nach Unterstmatt, eigentlich einem Etappenziel, aber außer einem Restaurant ist da eigentlich nicht viel. Der Westweg ist wegen Baumfällarbeiten gesperrt. Eine Umleitung gibt es nicht. Wir gehen den Skihang hoch und verlaufen uns ein bisschen im Wald. Der Weg ist aber bald wieder gefunden und am Wanderheim Ochsenstall nehmen wir schnell noch mal ein paar Elektrolyte zu uns. Da wir nicht wissen, was der Tag uns bringt, kaufen wir dort auch ein bisschen Käse als Proviant.

Auf der Hornisgrinde ist es toll. Wir haben so Glück mit dem Wetter! Die Wolken sehen auf den Fotos super aus, verheißen für den weiteren Verlauf des Tages allerdings nichts allzu Gutes.

Am Mummelsee finden wir eine kleine Touristenhochburg vor. Ein Gutes hat es: Man kann mal wieder Postkarten kaufen und zusätzlich kommt noch frisches Zwiebelbrot in den Rucksack.
Es ist 17 Uhr, aber wir sind relativ entspannt, weil der Ex-Wanderführer in Forbach uns eine Hütte empfohlen hatte, die in annehmbarer Entfernung kommen soll und auch auf unserer Karte verzeichnet ist. Zuerst müssen wir aber noch seinen Tipp befolgen und im Seibels-Eckle einen „Stichpimbuli Bockforcelorum“ trinken.

Nun aber weiter zur Hütte. Das Wetter wird schlechter. Keine Hütte in Sicht. Im Wald liegen diverse Bäume quer. Es fängt an zu regnen. Wo ist diese Hütte? Markus wird motzig, weil es gar nicht so leicht ist, mit vollem Rucksack über und unter den vielen Bäumen seinen Weg zu bahnen. Sogar Fotos von den akrobatischen Einlagen werden verboten. Es wird ernst, nass und matschig. Der gute Sonnenhut geht beim Überziehen des Regenponchos verloren. Noch immer keine Hütte in Sicht.

Wir finden schließlich Zuflucht in der Darmstädter Hütte und sind total froh über die Möglichkeit, die nassen Klamotten über Nacht wieder trocken zu bekommen. Die Förster mit ihren Hunden sind schon da und warten mit Wein auf uns. So ist`s Recht.

Wir duschen erstmal und trotz bereits geschlossener Küche können wir dann mit unserem weise eingekauften Proviant ein tolles Vesper für alle machen. Oli bekommt noch den Weg zum Weizennachschub erklärt und so ist der gemütliche Abend endgültig gerettet.

Wir übernachten zu dritt im Sechserzimmer, welches sich natürlich ganz oben am Ende aller Treppen befindet. Als hätten wir nicht schon genug Muskelkater. Aber: Gejammert wird nicht!

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