Westweg 2019 – Tag 2

Tag 2: Montag, 29. Juli 2019, Etappenende bei Kilometer 55
Schweizerkopfhütte bis Wegscheidhütte hinter Forbach (24 km)

Die Nacht ist kurz und spätestens um 6 Uhr für alle vorbei. Eine Maus hat bis zum Morgen sämtliche Essensreste der Vorgänger und, wie wir später herausfinden, auch einen halben Müsliriegel von Markus gefressen.

Schnell werden die feuchten Sachen gepackt, aber Zeit für ein paar Fotos mit mehr als Nebel im Hintergrund ist noch. Unter der Hütte findet sich zufällig ein Geocache an.

Ein Hase bemerkt uns nicht und hoppelt immer weiter auf uns zu. Jetzt erstmal Strecke machen.

Im Wald wird ordentlich Holz gesägt. An der Kreuzlehütte, die leider verschlossen und nicht bewirtschaftet ist, treffen wir die Förster, die sich wundern, wo wir übernachtet haben, weil zwei Jungs in der Hütte ihre Sachen trockneten, als sie heute Morgen vorbeigekommen sind. Wo kamen die denn her?

Zur perfekten Zeit für ein zweites Frühstück oder erstes Weizen kommen wir in Kaltenbronn an und müssen feststellen, dass dort montags Ruhetag ist. Noch ahnen wir nicht, dass dies der Beginn eines Fluchs ist, den wir die nächsten Tage bis Basel nicht wieder loswerden.

Also steil hoch zum Hohlohsee (981 m über NN) und nebenbei ein paar Blaubeeren essen. Auf dem Hohlohturm (Kaiser-Wilhelm-Turm) sind wir mit 1.012 Metern das erste Mal richtig hoch und können sehen, wie weit es noch wird. Am Pavillon des Latschigfelsens machen wir ebenfalls eine kurze Pause.

Als wir nach Gausbach runter kommen, wird gerade das Hexenfest des Wochenendes abgebaut. Die Bierkühlschränke sind leider schon aus, aber man wirft für uns den Grill noch mal an und wir bekommen auch noch etwas kalten Sprudel. Vielen Dank!

Frisch gestärkt kommen wir zum Murgtaltor Forbach, stempeln unsere Karten und machen die obligatorischen Fotos. Vom Weizen eines erfahrenen Westwegwanderführers angelockt, setzen wir uns am Bahnhof hin und trinken ebenfalls eins, als wäre es total normal, dass die Pizzeria dort geöffnet hat. Nebenan beim Netto wird noch ein bisschen Proviant gekauft. Dieser Laden ist übrigens einer der zwei Supermärkte, die von Pforzheim bis Basel direkt am Westweg liegen. Nach der historischen Holzbrücke über die Murg geht es nun einen steilen Anstieg hoch. Unterwegs liegen die Förster mit ihren Hunden im Gras und machen ein Päuschen. Das erhöht unsere Chancen auf die begehrte Wegscheidhütte, die wir uns für heute als Übernachtungsplatz rausgesucht haben. (Hier mal zur Erwähnung die hilfreiche Seite „Schutzhütten am Westweg“, die wir mit unseren Fotos aller auffindbaren Unterschlupfe gern ergänzt haben. Wir haben vor allem auch immer Fotos von innen gemacht, was die Frage der Übernachtungsmöglichkeit leichter machen soll.)

Es geht immer noch bergauf, die Hütte ist nicht in Sicht. Wir hören Stimmen von hinten und schicken Oli schon mal vor, um die Hütte zu sichern. Die Jungs mit der roten Isomatte überholen das Wandererdrittel, welches so hohe Deiche nicht gewohnt ist, aber Oli und Markus haben die Wegscheidhütte schon bezogen. Sie ist toll! Es gibt einen Zwischenboden zum Schlafen, Tische und Bänke drinnen und draußen und sogar jede Menge Kleiderhaken. Wenn das Verbotsschild nicht wäre, könnte man sogar Grillen. Es stellt sich heraus, dass die Jungs mit der roten Isomatte die letzte Nacht ca. 20 Meter neben unserer Hütte im Gras geschlafen haben. Das Warum bleibt ein Rätsel, vermutlich ein erster Materialtest.

Kurze Zeit später kommen die Förster und begutachten unsere tolle Hütte. Sie entschließen sich, noch weiter zu gehen und irgendwo an der Schwarzenbachtalsperre nach einer Hütte zu suchen. Wir bieten zur Entschädigung den guten Wein vom Netto an und genießen den Rest dann später zu dritt.

Weiter zu Tag 3