Westweg 2019 – Tag 1

Sonntag, 28. Juli 2019, Etappenende bei Kilometer 31
Pforzheim bis Schweizerkopfhütte hinter Dobel (31 km)

Die Tauziehveranstaltung vom Vortag noch in den Knochen, werden wir um 8.30 Uhr von unserer Chauffeurfamilie mit ihrem kompletten Fuhrpark abgeholt. (Vielen Dank dafür!) Die zwei Autos bieten genug Platz für vier Wanderer, fünf Kinder, eine Oma und eine psychologische Betreuungskraft. *zwinker*

Mit dem Auto zum Ausgangspunkt

Gegen 9 Uhr starten wir mit ein paar Fotos an der „Goldenen Pforte“ in Pforzheim, dem ersten von elf erreichbaren Portalen auf unserer gewählten Strecke.

Schon nach ein paar Kilometern verlassen uns ein Wanderer, fünf Kinder, eine Oma und die erwähnte psychologische Unterstützung, um an einem Spielplatz noch ein Picknick zu machen.

Von jetzt ab sind wir erstmal zu dritt. Das Wetter ist prima, wir machen einen Kilometer nach dem anderen. Vor Neuenbürg wollen wir eigentlich die Höhenvariante laufen, bekommen aber von einer Anwohnerin den Tipp, dass es unten herum viel schöner ist. (Später werden uns alle sagen, wir hätten oben laufen sollen. *augenroll*)


Auf dem Weg treffen wir noch zwei Mädels mit Pferden. Der sonst verschlossene Innenhof des Schlosses ist zufällig offen und wenig später geht unser Plan vom ersten Weizen im Restaurant voll auf. Frisch gestärkt führt uns der Weg wie im Reiseführer beschrieben „auf unangenehmen Pflastersteinen“ hinab nach Neuenbürg und weiter in Richtung Dobel. Die Sonne scheint noch immer und wir treffen einige Wanderer.

Auf dem Wilhelm Ganzhorn Wanderweg (da Oli irgendwie überall Netz hat, hören wir nebenbei „Im schönsten Wiesengrunde“) kommen wir an der Schwanner Warte vorbei und erreichen Heuberg, den mit 709,1 m höchsten Punkt des Enzkreises, auch wenn das Schild es grammatikalisch anders beschreibt.

Den Weg beim Naturdenkmal „Volzemer Stein“ zieren einige mehr oder weniger schöne Engelsfiguren und -bilder. Im Wald treffen wir einen Förster mit seiner Frau, der uns bittet, die beiden anderen Förster (eigentlich ein Förster und ein Forstmaschinenhändler) mit ihren Hunden zu grüßen, falls wir sie treffen.

Kurz vor Dobel fängt es schließlich an zu regnen. Wir finden Zuflucht in der Linde, wo es Kässpätzle und Maultaschen mit viel leckerem Weizen gibt. Postkarten haben die dort auch. Bis aufs Wetter alles super soweit.

Gegen 19 Uhr brechen wir wieder auf. Das Sonnentor Dobel liegt in freundlichem Nebel und Nieselregen. Wir lesen die Beschreibung des Ortes auf der Infotafel mehrfach laut vor:
Die „Sonneninsel“ Dobel liegt auf einem (fast) nebelfreien Hochplateau.

Ach egal, wir ziehen unsere Regenponchos über und haben trotzdem Spaß. Im vollen Nebel liegt der Wasserturm, den man eigentlich nur erahnen kann. Es wird 20 Uhr und wir haben noch nichts zum Schlafen klar gemacht. Als wir um 20:30 Uhr an der Hütte am Weithäusleplatz ankommen, empfangen uns die Hunde der beiden angekündigten Förster mit Gebell. Wir bekommen einen Schlafplatz angeboten, laufen aber weiter, da das Wetter immer ungemütlicher wird und wir ohnehin laut Plan noch zur Schweizerkopfhütte wollen. Uns wird bewusst, dass es „etwas ärgerlich“ wäre, falls die schon belegt ist. Zum Glück liegt die Hütte nur ca. 1,5 km entfernt und ist leer als wir eintreffen. Das Handy begrüßt uns mit „Herzlich Willkommen in Frankreich“. Fehlt nur der Wein.

Die Bänke sind leider sehr schmal und durch die Bauweise über Eck fallen die Schlafplätze etwas beengt aus, aber wenigstens gibt es die beschriebenen Plexiglasfenster, so dass wir in der Nacht einigermaßen trocken bleiben. Wer nachts auf Klo muss, wird mit einem tollen Blick auf die Täler entschädigt, da es freundlicher Weise etwas aufklart.

Bad Herrenalb und im Hintergrund das hell erleuchtete Rheintal

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