Isle of Man 2007

Tag 1: Die Reise beginnt…

Kurz vor zehn Uhr kommen wir in Böblingen planmäßig los, nachdem wir als fleißige Schwaben vorher natürlich noch die Kehrwoche gemacht haben. Wir fahren zunächst nach Renningen, um Stephan abzuholen. In brütender Hitze geht es ins Bergische Land, unserer ersten Station der Urlaubsreise. Da ist  praktischerweise ein SR500-Treffen. Trotz angesagter Unwetter kommen wir trocken an, der Regen beginnt erst nachts.

Tag 2: Die Niederlande

Der Regen hat zum Glück morgens aufgehört. Wir stehen gegen acht auf und haben noch genug Zeit, das Gastgeschenk für die IG Bergisch-Land zu  begutachten, das die Jungs und Mädels zum 10-jährigen Bestehen von der IG Schwabeneintopf überreicht bekommen. Um zehn fahren wir los in Richtung Amsterdam/IJmuiden, (sprich Eymöiden). Die Ausschilderung im Ruhrgebiet ist schon fast britisch, wir haben einige Schwierigkeiten, die richtigen Abfahrten zu finden. An Bochum und Oberhausen vorbei geht es nach Holland. Kurz vor IJmuiden reißt die Tachowelle am kleinen schwarzen Drecksack (Markus´ SR).

Auf der Fähre kaufen wir eine Tüte Chips und zwei Dosen Sprite. Die Umrechnerei in Pfund ist noch nicht so fließend, also zahlen wir erstmal fast 12 Euro dafür. In der Kabine angekommen wird uns klar, dass das so nicht sein kann. Also zurück, nochmal nachfragen und siehe da, wir bekommen unser Geld zurück. Die Kassierer haben schon die ganze Zeit für eine Dose den Preis des Six-Packs berechnet, wir  waren aber anscheinend die ersten, die gemeckert haben.

Tag 3: Kendal

Morgens um halb acht werden wir von einer freundlichen Holländerin in drei Sprachen geweckt. Beim Frühstück hören wir sogar noch die Fußballergebnisse, Stuttgart hat verloren. Um zehn Uhr legt die Fähre in Newcastle an. Der Weg heraus aus Newcastle gestaltet sich schwieriger als geplant. Angeschrieben sind entweder kleine Vororte, die auf der Karte nicht zu finden sind, oder Großstädte, die nicht auf unserer Reiseroute liegen. Wir schaffen es dann doch irgendwie und fahren auf kleinen Straßen vorbei an freilaufenden Schafen, festgebundenen Pferden und unzählbar vielen überfahrenen Kleintieren über Spennymoor, Bishop Auckland und Barnard Castle nach Middleton in Teesdale.

Das Städtchen ist ganz nett, Kik darf sogar einen Uhu auf den Arm nehmen. Weiter geht es über Brough, Kirkby Stephen und Sedbergh nach Kendal, wo wir heute kampieren. Der Campingplatz ist fast leer, trotzdem meint die Tante an der Rezeption zuerst, alles wäre belegt. Wir bekommen dennoch einen Platz, müssen aber sechs Meter Abstand zwischen den Zelten einhalten. Stephan muss deshalb nochmal umbauen.

Nach dem Zeltaufbau laufen wir zu Fuß nach Kendal und finden tatsächlich noch einen Italiener, der geöffnet hat. Die Küche wird dort zwar in zehn Minuten geschlossen, aber für ein paar Minipizzen reicht es gerade noch.

Tag 4: Ankunft auf der Isle of Man

Wir stehen früh auf, um möglichst rechtzeitig in Heysham am Fährhafen zu sein. Nachdem dort zwei Fähren fast gleichzeitig abfahren sollen, werden die Passagiere mit bunten Aufklebern kenntlich gemacht. Unsere sind lustig pink und es steht LADY drauf. Damit dürfen wir auch sehr bald mit als erste durch den Check-In-Schalter, werden dann allerdings von der Hälfte wieder überholt.
Wir beide sehen wohl so verdächtig aus, dass ausgerechnet wir bei der Kontrolle noch mal die Koffer und Tankrucksäcke aufmachen müssen. Die Knöpfchendrücker dürfen einfach so durch. Wir ärgern uns ein bisschen, kicken die SRs wieder an und stellen uns nun hinten in die Schlange.

Auf der Superseacat 2 angekommen, werden die Mopeds wie gewohnt gegen ein Geländer gelehnt und festgetüddelt. Da wir doch noch recht früh an Bord sind, können wir einen schönen Fensterplatz ergattern. Von dort aus sehen wir dann auch, wie wenig später ein Teil der Landerampe zusammenbricht, während ca. 50 Motorradfahrer darauf stehen. Zum Glück passiert nichts Schlimmes, aber ein paar Leute hat es umgehauen und befahrbar ist das Teil jetzt nicht mehr.

Wir warten also, bis eine andere Laderampe angefahren werden kann.  Beim Warten lernen wir den Schotten Donald Kay kennen, einen ehemaligen Seitenwagen-Beifahrer, der zur Lap of Honour noch einmal auf dem TT-Kurs der Isle of Man fahren darf und darüber sichtlich stolz ist. Trotz der großen Verspätung kommen wir noch gut in der Zeit in Douglas an.  Da wir schon jetzt mit einem völlig überfüllten Campingplatz rechnen, rasen wir in Richtung Dhoon Glen. Wir überholen sogar noch ein paar Leute vom Gruseleck, die leider im Auto anreisen mussten.

Am Campingplatz angekommen die Überraschung: Es ist noch total viel Platz und wir können unser Zelt wieder schön mit Meerblick aufstellen. Später kommt Les vorbei und noch später beschließen wir, die Ankunft im Glen Mona Pub zu feiern.

Tag 5: Fairy Bridge

Wir stehen morgens bei strahlendem Sonnenschein auf und frühstücken erstmal. So kann es bleiben!
Dann wollen wir eigentlich auf ziemlich direktem Weg zur Fairy Bridge, um, wie es sich gehört, die Feen zu begrüßen. Dank Markus´ Schilderlesekunst machen wir eine kleine Inselrundfahrt fast bis nach Peel. Wir wünschen uns von den »Little People« wieder die üblichen unerfüllbaren Dinge und fahren dann weiter nach Douglas. Dort decken wir uns erstmal mit T-Shirts ein, denn wir haben dazugelernt und das ist gut so. Letztes Mal war am Ende schon alles weg.

Dann suchen wir den örtlichen Yamaha-Händler auf und besorgen für den kleinen schwarzen Drecksack eine neue Tachowelle. Die ist zwar von einer RD 350, aber kostet nur 8,60 Pfund und passt perfekt, eigentlich sogar besser als das Original.
Nach einem kurzen Zwischenstopp mit Zeitunglesen auf dem Campingplatz geht es für uns weiter nach Ramsey. Endlich gibt es das erste Cornetto Mint. Mmmmh!

Um sechs starten die Practices. Wir gucken ein bisschen und fahren dann weiter zum Creg-Ny-Baa. Dort ist diesmal alles gesperrt und kostet Geld. Nach dem Sidecar-Rennen fahren wir zurück und machen Kartoffelpüree. »Lecker lecker!« würde Rainer sagen.
Den Abend lassen wir am Feuer ausklingen, schnacken ein bisschen mit den Walisern vom Zelt nebenan und freuen uns über Heiners Carling-Bomben.

Tag 6: Niarbyl

Das Wetter ist morgens wieder super, aber Les sagt, der Nachmittag wird nass. Wir nutzen also die Zeit und fahren kleine Sträßchen in den Bergen. In Niarbyl gucken wir uns noch mal das Haus von Ned
Devine an und fahren dann nach Peel zu unserem favorisierten Strandkiosk. Dort gibt es diesmal Sandwiches und lecker heiße Schokolade mit Sahne und (!) Marshmallows. Danach wollen wir eigentlich noch wandern, aber der von Les angekündigte Regen setzt ein, also machen wir uns auf den Rückweg.

Das Wetter ist jetzt richtig mies und wir kochen Linsentopf im Vorzelt. Eine Regenpause wird noch für einen Abstecher ins Glen Mona Pub genutzt, aber der Rest des Abends findet bei einer Kniffelpartie im Zelt statt.

Tag 7: Schweinerennen

Morgens scheint zum Glück wieder die Sonne und die Klamotten werden trocken. Trotzdem trauen wir der Sache noch nicht so ganz. Da wir uns eh schon für einen Museumstag entschieden hatten, schraddeln wir nach Douglas runter und gehen ins Manx Museum. Der Eintritt ist frei, was uns als Schwaben freut, und die Ausstellung ist recht gut. Im hauseigenen Kino sitzen wir ewig und sehen uns alte Filme der TT an. Danach gucken wir noch kurz zum Grandstand und fahren dann aber Richtung Gooseneck. Stephan macht nebenbei noch lange, schwarze Striche auf die Straße.

Nachdem wir im oberen Teil der Kurve eine Weile gesessen und den Rennen zugesehen haben, wollen wir zurück zum Dhoon. Zuerst versuchen wir aber, einem BMW-Gespannfahrer weiterzuhelfen. Der hat dort schon geschraubt als wir angekommen sind und ein paar Tage später hören wir von ihm, dass er gegen Mitternacht mit dem Abschleppwagen vom Gooseneck weggekommen ist.
Abends ist noch Schweinerennen im Glen Mona. Die kleine Kneipe ist mal wieder richtig voll.
Notiz für Markus: Zwei Carling reichen völlig aus!

Tag 8: Standing Stone

Das Wetter ist heute wieder gigantisch und wir machen erstmal das Winterfell aus Jacken und Hosen. Jetzt ärgern wir uns auch nicht mehr ganz so sehr, dass wir die Inlays für unsere Schlafsäcke aus
Platzgründen zuhause gelassen haben.

Wir fahren heute zum Point of Ayre und legen uns an den Strand. Danach besuchen wir die Kirche in Kirkmichael, wo es sehr schöne Grabsteine gibt. Als nächstes suchen wir das »Civil War Fort«, welches auf unserer Karte eingezeichnet ist. Irgendwann finden wir immerhin einen Wegweiser dorthin, aber am Ende des Weges ist nur ein großes Feld.

An der Ballaugh Bridge essen wir erstmal leckeres Chili im Raven. Dann gucken wir uns noch die örtliche Kirche an. Jetzt hat Markus eine weitere Sehenswürdigkeit auf der Karte entdeckt, die es zu finden gilt: Wir suchen den »Standing Stone«.
Der muss da irgendwo in der Nähe sein. Es ist total heiß und wir finden nur eine große Palme und die Häuser von Leuten, die sehr viel Platz haben.

Schließlich fragen wir einen Einheimischen, der selbst noch nie bei dem Stein war, uns aber den Weg dorthin erklären kann. Er steht auf einem großen Feld mit vielen Schafen und ist eigentlich nichts besonderes. Wir finden es aber gut, dass wir ihn überhaupt gefunden haben. Eigentlich ist es auch nicht DER Standing Stone, sondern EIN Standing Stone. Einer von vielen auf der Insel.
Zu Beginn der Rennen wird es sehr voll an der Ballaugh Bridge und man kann eigentlich überhaupt nichts mehr sehen. Wir erinnern uns daran, wie schön ruhig es beim Manx Grand Prix 2005 war.
Abends werden Heiners Bomben bestaunt und es wird spät.

Tag 9: Im Fahrerlager

Heute geht es ganz früh zum Grandstand. Dort sollen nämlich alle möglichen Stars rumwuseln. Wir treffen auch gleich auf Richard »Milky« Quale und Shaun Harris.

Zum Frühstück gibt es schlechte Matsch-Burger, aber wenn man Hunger hat… Die Rennen werden heute wegen des schlechten Wetters abgesagt. Also fahren wir an die Promenade und gehen in die Joey-Dunlop-Ausstellung. Danach geht’s weiter in die Fußgängerzone, um das Mittagessen beim Subways einzunehmen. Im Shoprite kaufen wir noch die aus dem letzen Jahr bekannten Scones und es gibt auch endlich wieder blaue Pringles, alles natürlich zum »Buy one get one free-Verarsche-Preis«.

Tag 10: Mad Sunday

Wie angekündigt, regnet es morgens etwas. Als wir in Richtung Castletown aufbrechen ist es neblig und feucht. Da wir noch viel zu früh sind, gucken wir erstmal zum Frühstückstreff der deutschen Rennfahrer. Wir schnacken kurz mit Karsten Schmidt und werden dann von einem Journalisten der englischen Motorrad-Classic interviewt. Bei der großen Verlosung fällt für uns statt Helm oder Rennkombi nur ein Feuerzeug ab.  🙁

Zurück am Marktplatz kommen gerade die Oldtimer des Motorcycle-Vintage-Clubs angefahren. Die Jungs und Mädels mit ihren schicken Motorrädern tun uns beim dem neu eingesetzten Regen etwas leid. Wir haben zum Glück unsere Südwester dabei und werden daher nicht allzu nass. In einer Seitenstraße hinter dem Marktplatz treffen wir dann noch auf Heiner Butz und Heinz Rosner.
Auch Donald vom Muldoon-Racing-Team kommt später noch und baut mitten auf der Straße das Gespann zusammen.

Irgendwann haben wir aber genug und fahren wieder Richtung Douglas. Auf der Rennstrecke fällt uns in einer Kurve ein schöner Friedhof auf. Da müssen wir natürlich erstmal hin und als wir gerade angehalten haben, kommen uns die Purple Helmets entgegen, ist ja schließlich auch noch Mad Sunday heute. So mad finden wir das aber alles gar nicht. Wir gucken noch mal zum Creg-Ny-Baa, aber da tut sich auch nicht viel. Wieder zurück beim Dhoon fängt es gerade an, sich einzuregnen. Wir kochen noch eine Tütensuppe, aber danach sind die Möglichkeiten sehr beschränkt. Gegen sieben legen wir uns ins Zelt und stehen später nur zum Zähneputzen noch mal kurz auf.

Tag 11: Yamsey

Huach, nur zwölf Stunden Schlaf! Wir brauchen eine ganze Weile, um wieder richtig wach zu werden. Morgens regnet es nicht mehr, aber so richtig toll zum Sachen Trocknen ist es auch noch nicht. Wir frühstücken Cappuccino mit Scones und beraten den weiteren Plan. Da die Rennen am Samstag ausgefallen waren und heute eigentlich Lap of Honour sein sollte, weiß keiner so recht was jetzt ist.

Wir entscheiden uns irgendwann für Ramsey und da die Rennen sich heute wegen Nebels in den Bergen verspäten, können wir noch ein bisschen in der Stadt rumtingeln. Ramsey ist dieses Jahr in Yamsey
umbenannt worden und so gibt es dann auch einige Aktionen von Yamaha. Für ein Spiel, bei dem man feine Helme gewinnen kann, muss man überall in der Stadt Stempel sammeln. Wir kommen so in einige Geschäfte, die wir uns sonst nie angeguckt hätten und wir stellen fest, dass das auch gut so gewesen wäre.

Irgendwann klart der Himmel auf und da wir unseren guten Platz in der Kurve bei der Town Hall nicht wieder aufgeben wollen, bekommen wir einen fetten Sonnenbrand. Die Rennen fangen dann so gegen 12.45 Uhr an. John McGuiness gewinnt mit großem Vorsprung. Für die Seitenwagen gehen wir rüber an die Tanke und Treffen Dave, Mandy, Siôn und Helen.

Bald sind wir von der Hitze so platt, dass wir erstmal duschen müssen. Die Jungs aus Nordhorn haben noch Würstchen übrig, an denen wir uns laben dürfen. Lecker, lecker, danke noch mal!

Tag 12: Lap of Honour

Morgens ist das Wetter wieder relativ. Da wir aber vom Vortag gelernt haben (Ja, wir sind noch im lernfähigen Alter), werden vorsorglich die roten Stellen mit Sonnencreme eingeschmiert.
Wir entscheiden uns heute wieder für den Grandstand und machen lustige Photos mit Jim Redman und Phil Read. Als Phil gerade anfängt, Kik das Gesicht abzulecken, ist leider Markus Speicherkarte voll. Schade, jetzt können wir nicht mal an seinem Gesichtsausdruck erkennen, wie ihm die Sonnencreme auf ihrer Wange geschmeckt hat.

In der Yamaha-Ecke steht der Dieter und wir erkennen noch Michelle »Mike« Duff. Sie freut sich richtig doll, als wir ein Photo mit ihr machen wollen. Auch Donald ist heute zur Lap of Honour mit am Start und wieder treffen wir Heiner Butz und Heinz Rosner. Außerdem erkennt Kik plötzlich die beiden Jungs (Erik und Rainer), mit denen wir beim Manx Grand Prix 2005 einen halben Tag auf einer Mauer an der Ballaugh Bridge standen. Von ihnen erfahren wir, dass Murray’s Motorcycle Museum am Bungalow geschlossen ist und Peter Murray das jetzt zuhause macht. (Danke für den Tipp!)
Ab 17 Uhr soll GerMAN-Treff am Tynwalds Inn in St. John’s sein. Da wir hier aber nicht so viele Leute kennen, schnacken wir nur kurz mit ein paar Jungs aus Künzelsau und fahren dann zurück zum Campinglatz.

Schließlich ist heute Party angesagt. Die Vorbereitungen laufen schon auf vollen Touren und später kommt halb Maughold und bringt auch erstaunlich leckeres Essen mit. Das Buffet ist überwältigend, wenn man berücksichtigt, dass wir schon ca. 1 1/2 Wochen von der englischen Küche leben. Wir probieren Heiners legendären Rhabarber-Kuchen, von dem die Hausfrauen der Umgebung schwärmen, und Markus bekommt ’ne
Muschel zu essen. Endlich werden wir mal wieder richtig satt! Als wir gerade auf Klo sind, gibt es noch ein Feuerwerk. Das kann man jetzt auch falsch verstehen, aber wir haben tatsächlich beim Zähneputzen die Light- und Soundshow verpasst.

Tag 13: Classic Bike Show

Nach der Party gestern ist heute erstmal ausschlafen angesagt. Wir frühstücken gemütlich und fahren dann zum Gooseneck. Das Parken mit ‚m Moped kostet dort jetzt während der Rennen zwei Pfund. Wir finden das unverschämt und fragen den Kassierer erstmal, ob er uns seinen »Darfschein« zeigen kann. Er meint er wäre von der gemeinnützigen XY-Foundation. Ja ja, das sagen sie alle.
Nach dem Supersport-Rennen kommen noch die Sidecars. Es ist erschreckend, wie viele sich hier verbremsen.

Danach fahren wir erstmal nach Ramsey zum Tanken und dann auf kleinen Single Track Roads über Port Cornaa zurück zum Campingplatz. Später raffen wir uns dann noch auf, um nach Douglas runter zu fahren. Wenigstens einmal wollten wir uns doch den großen Trubel in der Hauptstadt angucken. Zufällig findet dort heute eine Show mit alten Maschinen und ihren Fahrern statt. Da wird so früh dran sind, bekommen wir an der Promenade richtig gute Plätze zum Gucken. Plötzlich kommt ein Polizist direkt auf uns zu. Wir denken spontan an die verkehrswidrig geparkten SRs und sehen uns schon im Knast. Der freundliche Ordnungshüter meint allerdings wir hätten etwas »verloren« und schenkt uns einen Polizeipatch der Isle of Man. Das ist ja mal richtig nett!
Bei der folgenden Vorführung sehen wir die Altbekannten Phil Read, Jim Redman, Heinz Rosner, Heiner Butz und Kevin Schwantz. Ernst Hiller legt sich erstmal gleich in der ersten Kurve mit einer geliehenen Benelli auf die Schnauze. Das schöne Moped!
Dann laufen wir noch zum Bushy’s Zelt runter und warten auf das große Feuerwerk, welches auch zufällig heute stattfinden soll. Es beginnt um elf Uhr und ist echt sehenswert.

Tag 14: Laxey Motorradshow

In Ramsey sollen heute die ganzen Jungs und Michelle vom Yamaha Racing Team zu bestaunen sein. So richtig viel los ist aber nicht und außerdem haben wir die ja schon alle beim Grandstand getroffen. Wir erkunden also mal die nähere Umgebung und fahren nach Port-e-Vullen. Hier ist es richtig hübsch und man kann schön ein bisschen auf den Felsen rumklettern.

Da in Laxey heute eine Motorcycle-Show angesagt ist, führt unserer Weg als nächstes dorthin. Nachdem wir erstmal lecker zerbröselte Schokokekse auf einer Bank nahe der Bahnstation gegessen haben, wollen wir zu Fuß runter an die Promenade. Diese sah auf der Karte deutlich näher aus. Wir schwitzen erheblich und ärgern uns, weil es auch hier heute nicht besonders spannend ist. Also laufen wir in der sengenden Sonne wieder hoch und erfahren bei der Bahn, dass unsere für die nächsten Tage geplante Bahntour genau bis heute möglich gewesen wäre. Ab dem nächsten Tag fahren die Züge erst
wieder ab 10 Uhr beim Dhoon Glen los und schon um 16.40 Uhr in Douglas wieder zurück. Bei einem Tagespreis von mittlerweile 12 Pfund lohnt sich das schon mal gar nicht. Schade, aber wir sind ja
nicht das letzte Mal hier.

Am Campingplatz angekommen, muss erstmal der Kettenschutz der Replika, den sie auf dem Weg versucht hatte abzuwerfen, wieder festgemacht werden. Eine einzige verlorene Schraube auf der ganzen Tour macht sie übrigens später zum Gesamtsieger der diesjährigen Pannenstatistik.
Abends nehmen Dave und Julie uns in ihrem Camper noch mit hoch zum Glen Mona. Dort gibt es lecker Bier mit warmem Brot und wir bekommen sogar trotz vermeintlich geschlossener Küche doch noch ein paar Pommes. Zurück geht es zu Fuß nach ein paar Carling immer etwas beschwingter.

Tag 15: Renntag

Heute geht es runter nach Douglas. Wir parken an der Governor´s Bridge, laufen dann aber erstmal zum Grandstand, um den für heute angesagten Giacomo Agostini zu treffen. Er sitzt am MV-Agusta-Stand und gibt Autogramme. Wir machen ein obligatorisches Photo und hören dann dem letzten Rennen zu. Sehen kann man leider nichts, weil es viel zu voll ist und uns die 25 Pfund für einen Tribünenplatz einfach zu teuer sind. McGuiness gewinnt wieder.

Dann treffen wir noch Luigi Taveri, der durch die Merchandise-Stände schlendert. Für ihn hätte es heute noch einen Haufen T-Shirts in »S« gegeben. Stephan passen die allerdings nicht und so lernt auch er, dass man sowas möglichst früh erledigt. Wir hatten diese Erfahrung zum Glück schon 2005 gemacht.

Zurück an der Governor´s Bridge bekommen wir gute Plätze und warten auf den Start der Parade of Champions. Wegen eines Unfalls in den Bergen in der vorletzten Runde des letzten Rennens, bei dem
drei Leute starben, wird diese jedoch weit nach hinten verschoben. Also warten wir und zerfließen in der Hitze. Nach der Parade wollen wir eigentlich nach Ramsey, kommen aber wegen eines erneuten Unfalls nur bis Glen Mona.

Tag 16: Cregneash

Morgens ist es wieder ziemlich warm. Wir haben uns mit den beiden Jungs von oben verabredet, um erst zu Murray´s Motorcycle Museum und dann nach Castletown zu fahren, wo sie heute alle
hinwollen, weil Rennen auf dem Billown Circuit sind, dort wo sonst auch die Southern 100 stattfindet. Als sich aber bis um 10 Uhr bei Rainer und Eugen nichts tut, klopfen wir mal bei ihnen. Sie haben total verpennt, was bei 50 Grad im Zelt für uns nicht nachvollziehbar
ist. Länger als bis halb neun halten wir es morgens nicht mehr aus.
Um elf kommen wir dann los und folgen der Wegbeschreibung der anderen beiden Jungs vom MGP 2005.

Wir finden Peter Murrays Haus aber nicht und fahren daher weiter nach Castletown. Später finden wir heraus, dass er gar nicht zuhause war, da er sich das erste Mal seit 20 Jahren zusammen mit seiner Frau ein Rennen angesehen hat. Eigentlich hätten wir ihn also am Billown Curcuit treffen können. Als das Rennen dort erstmal mit Practice-Runden beginnt, legt sich gleich einer direkt in unserer
Kurve auf die Nase. Er steht auch nicht wieder auf und wird mit Schaufeltrage abtransportiert. Ihm und den paar Zuschauern, die dort standen, wo seine Maschine abgeflogen ist, geht es aber wohl wieder gut.

Da es uns aber irgendwann mit Mopedrennen auch reicht, machen wir uns weiter auf über Port Erin nach Cregneash. Wegen der Straßensperrung aufgrund des Rennens müssen wir eine recht hübsche Strecke fahren, die auch wider Erwarten gut ausgeschildert ist.

Auf dem Rückweg kaufen wir dann in Douglas bei Tesco noch lecker Pizza von Dr. Oetker. Endlich mal wieder was richtiges zu Essen! Später am Lagerfeuer gibt es dann noch Rotwein von der Landesbank  und aus ‚m Tetra Pack, dazu Kekse von Tesco. Rainer baut seine ersten Bomben und macht Krach mit seinem Moped. Die walisischen Kinder lernen heute noch ein bisschen Deutsch.

Tag 17: Kamera verloren!

Morgens haben wir wieder tropische Verhältnisse im Zelt. Wir frühstücken schön – es ist erstaunlich, wie schnell man sich an das englische Essen (Scones) gewöhnt – und sehen den anderen beim Packen zu.

Für heute haben wir eine Runde auf dem Kurs geplant und wollen in Ramsey starten. Das große Schild sagt allerdings »Mountain Road Closed« und so entschließen wir uns erstmal für ein Eis, bis die Unfallspuren beseitigt sind. Als wir es dann erneut versuchen, ist die Strecke wieder offen. Wir fahren bis zum Bungalow, wo Murray’s Motorcycle Museum letztes Jahr geschlossen hat. Wir halten trotzdem und machen Photos von der Joey Dunlop Statue. Dann geht es weiter auf der zur Einbahnstraße gemachten Mountainroad. Ungefähr bei Kate’s Cottage merkt Kik, dass sie ihren Photoapparat bei der Statue liegen gelassen hat. Willkommen in der Familie Badstöber! Wegen des One-Way-Systems kommen wir natürlich nicht mehr zurück. Bei Creg Ny Baa nehmen wir also das kleine Sträßchen über Laxey wieder zurück nach Ramsey. Das Hinweisschild sagt wieder »Mountain Road Closed« und Kik bekommt fast einen Herzinfarkt.

Jetzt versuchen wir es über Sulby in die Berge und finden den Weg tatsächlich ohne Karte. Wieder zurück bei Joey ist die Knipskiste natürlich weg, es ist ja mittlerweile auch schon ca. eine Stunde vergangen. Kik ärgert sich über sich selbst und trauert u.a. um die 180 Urlaubsphotos, die damit auch verloren sind. Wir gehen runter an die Kreuzung und fragen einen Polizisten, der dort in seinem Auto sitzt, wo es denn hier sowas wie ein Fundbüro gibt. Als er dann erstmal fragt, welche Farbe der verlorene Photoapparat denn hat, fällt uns ein Stein vom Herzen. Bei einem schwarzen oder silbernen hätte er nämlich eher nach dem Fabrikat gefragt, aber kurze Zeit später hat Kik ihren kleinen blauen Apparat wieder in den Händen. Sie ist froh uns disqualifiziert sich damit freiwillig für den Police Patch, den bekommt jetzt Markus. Strafe muss sein!

Wir fahren also entspannt weiter auf dem Kurs. An der Ballaugh Bridge essen wir noch mal Chili und sitzen schön draußen. Als wir weiter wollen, werden wir wieder von einem Engländer angeschnackt, der den alten Zeiten nachtrauert, weil er auch mal ’ne SR hatte. Zurück geht es dann über Sulby, wo in dem kleinen Celtic-Laden, der letztes Mal zu hatte, jetzt leider ein Café drin ist.
Abends kommt noch ein Typ aus Wales auf »unseren« Campingplatz. Er fängt gleich an, wegen der Gaskartuschen im Lagerfeuer rumzumeckern und ist auch sonst sehr merkwürdig drauf. Die Bewohner des Dhoon Glen werden plötzlich zu einer großen Familie. Alle kriechen aus ihren Löchern und bringen sämliche Vorräte, die zum Bomben bauen noch geeignet erscheinen. Im Krieg sind alle Mittel recht.

Dave versucht es mit Rasierschaum, was allerdings buchstäblich nach hinten los geht. Schönes Bild! Nach ca. einer Stunde packt der ungebetene Gast gegen 22 Uhr sein Zelt zusammen, fährt mit seiner vergammelten Virago noch schnell bei Les vorbei, um sich zu beschweren, und zieht von dannen. Dies natürlich nicht, ohne auf seinem Weg noch die Polizei zu informieren, die uns später auch einen Besuch abstattet. Wir haben schon die Abschussvorrichtung aus dem Feuer geholt, aber den freundlichen Gesetzeshütern, die auch jedes Jahr zur Party auf den Platz kommen, hätten wir eh nichts vormachen können. Im Camper bekommen die Jungs noch einen Tee und alles ist gut.

Tag 18: Manx Katze

Rainer und Eugen sind heute morgen los. Heiner fliegt gegen Mittag auch zurück. Der Rest packt gerade seine Zelte. Sieht alles sehr nach Aufbruch aus. Wir wollen heute mal zur Calf of Man fahren. Das ist eine kleine, vorgelagerte Insel ganz im Süden der Isle of Man.
Das Wetter ist heute richtig schön und da wir ja Zeit haben, versuchen wir in der Nähe des Santon Motels noch einmal Peter Murray zu finden. Und diesmal klappt es dann auch, er ist zuhause.
In seinem neuen Museum ist noch viel zu tun, aber wir dürfen trotzdem schon mal gucken. Er erzählt uns, dass er viele Sachen verkauft hat und wenn man bedenkt, was am Bungalow alles
zu sehen war, ist das wirklich schade. Wir machen ein paar lustige Bilder und versprechen ihm wiederzukommen, wenn alles fertig ist.
An der Calf of Man ist es recht schön und wir sehen sogar einen Seehund. In dem Café trinken wir noch eine heiße Schokolade, wobei die Wartezeiten absolut zum Gesamteindruck passen. Hier hat man eben Zeit.

Als nächstes wollen wir zum Glen Maye. Auf dem Weg kommen wir durch Cregneash und da Jungs irgendwie nie was mitbekommen, muss Markus mal wieder zum Umkehren gezwungen werden.
Was Kik da im Vorbeifahren gesehen hat, entpuppt sich tatsächlich als Manx Cat. Sie ist ganz lieb und lässt sich brav photographieren. So eine Katze ohne Schwanz ist schon recht interessant.
Am Glen Maye sieht es aus wie im Tropenhaus der Wilhelma (Zoo bei Stuttgart) und am Strand sind tolle Steine.

Das ist mal echt ein sehr schöner Fleck der Insel. Als nächstes gehen wir in eine Bank und lassen uns ein paar von den neuen 50-Pence Stücken mitden Gespannen geben, die es zur TT gab. Wir hatten nicht gedacht, dass das so einfach ist. In Ramsey kaufen wir noch mal Pizza und Bier, außerdem eine Zeitung mit den TT-News von morgen.

Tag 19: Nebel

Der Nieselregen am Morgen ist schnell vorbei und wir können unseren Kram zusammenräumen und in die Hütte tragen. Da wir die Letzten auf dem Platz sind und morgen früh raus müssen, wollen wir die Nacht im Trockenen pennen. Dann fahren wir zum Creg-Ny-Baa, wo wir eigentlich tolle Photos machen und was essen wollten. Der Nebel verhindert allerdings das Photoprojekt und geschlossen hat die Kneipe auch. Naja, weiter nach Douglas und dort im Subways was essen.

Wir kaufen noch Proviant für die Fähre und merken erst später, dass die Koffer ja gar nicht am Drecksack, sondern vollgepackt in der Hütte sind. Irgendwie bekommen wir aber doch allesfestgetüddelt. Weil es noch so früh ist, fahren wir dann noch mal nach Ramsey und besorgen die letzten Mitbringsel, wobei wir lange nach einem Kartenspiel mit den TT-Legenden suchen,welches überall ausverkauft ist. In einem Beautyshop bekommen wir schließlich noch eins und hier ist es sogar 50 Pence billiger.
Das Vorhaben einer abendlichen traditionellen englischen Restmüllverbrennung geht dann quasi in Rauch auf. Als wir zurück sind, ist nämlich unser mühevoll gefüllter gelber Sack samt Racing-Karre schon ein Opfer der Flammen geworden.
Gegen neun gehen wir noch einmal kurz zu Les und Pam rüber, um uns zu verabschieden. Wir schnacken bis um elf und legen uns dann schnell auf’s Ohr. Morgen geht es zurück. Heimatdrang!

Tag 20: Regen in England

Um 5.30 Uhr klingelt der Wecker. Wir räumen alles ein, auf und weg, so dass wir rechtzeitig zum Check-in um 6.30 Uhr an der Fähre sind. Dort treffen wir auch wieder den merkwürdigen Engländer mit seiner Virago. Wir gehen ihm besser aus dem Weg.

In England angekommen fängt es sehr bald an zu regnen. In Sedbergh geht es so richtig los und wir entscheiden uns doch noch für die Regenkombis. Zum Glück ist dort heute Markttag und eines der Zelte ist leer geblieben. Somit haben wir wenigstens einen trockenen Unterstand. Eigentlich wollten wir heute auf einen Campingplatz bei Barnard Castle, aber nachdem Stephan Bed & Breakfast machen und der Regen einfach nicht aufhören will, lassen wir uns irgendwann breitschlagen. Wir fahren also so lange es geht und da der Ort Stanhope sich so nach Hoffnung anhört, steuern wir diesen an. Auf dem Weg  dorthin ist es in den Bergen ziemlich schön, aber auch sehr neblig und feucht. Wegen eines Flusses direkt über der Straße müssen wir einen kleinen Umweg fahren. In Stanhope angekommen, fragen wir einen Polizisten, ob es irgendwo B&B gibt. Er meint, wir sollen mal da vorne im Pub fragen. Der heißt »The Bonny Moorhen« und die Besitzerin ist Deutsche. Sie stand zufällig in der Nähe, als wir den Polizisten gefragt hatten und weiß daher auch gleich was wir wollen. Das Zimmer ist nicht ganz billig und Frühstück kostet extra, aber wir haben keinen Bock mehr auf Nass und die Aussicht auf warmes Essen lässt uns bleiben. Wir nehmen ein Familienzimmer, weil’s billiger ist, und das hat sogar eine Badewanne.

Tag 21: Newcastle

Wir wachen auf und die lauten Autos draußen haben alle ihre Scheibenwischer an. Das sieht nicht gut aus! Zum Frühstück um 8.30 Uhr haben wir uns anstatt für das typisch englische für Porridge entschieden. Es schmeckt so, wie wenn man finnisches Puuru aus Versehen mit Milch gekocht hat, ist aber von ähnlicher Konsistenz (Haferschleim). Egal, draußen regnet es und von Marianne bekommen wir keine Aussicht auf Wetterbesserung. Uns kann nichts mehr schocken, auch nicht die Rechenkünste bei der Abrechnung. Wir bezahlen also wieder zuviel, Markus vergisst noch seinen Nierengurt im Zimmer, aber die Tür ist schon zu und keiner mehr da. Im strömenden Regen geht es über die Berge Richtung Newcastle. Der Sprit wird irgendwann erschreckend teuer und in einem Kreisverkehr verlieren wir noch fast Stephan, weil der sich für einen anderen Weg entscheidet. Eigentlich klappt dann aber alles ganz gut bis zum Fährterminal, wenn man von der Beschilderung nach North Shields/Tyne Tunnel absieht. Dort angekommen setzen wir uns erstmal ins Terminal und schnacken mit einem Ehepaar aus der Nähe von Siegen. Die beiden waren gerade zwei Wochen auf ´ner Guzzi in Schottland und hatten auch gutes Wetter.

Von den vielen Keksen leicht überfuttert, fahren wir um 15.15 Uhr zum Check-in und es erfolgt das übliche Prozedere. Ein Engländer hat einen lustigen blauen Helm mit bunten Blumen. Wir sind diesmal nicht auf der Queen of Scandinavia, sondern auf der Princess of Norway. Die Kabinen sind irgendwie kleiner mit Betten übereinander. Das Kino kostet hier nur 7 € anstatt 11, dafür gibt es aber belegte Baguettes für 7,20 €. Das ist uns deutlich zu viel und wir kaufen uns lieber eine Tüte leckerer Chips. Um sieben Uhr sind wir noch immer nicht losgefahren, dabei war Abfahrt eigentlich 18.30 Uhr.

Ein Busfahrer wird noch mal auf’s Cardeck gerufen. Was da wohl passiert ist? Mit einer Stunde Verspätung kommen wir endlich los, aber die freundliche holländische Stimme aus den Lautsprechern meint, dass sie ihr Möglichstes geben werden, um die Zeit wieder reinzuholen.

Letzter Tag: Ab nach Hause

Wir werden morgens gegen 7.30 Uhr von einer holländischen Frauenstimme geweckt, die uns mit einer merkwürdigen Selbstverständlichkeit erzählt, unsere Ankunftszeit in Amsterdam/IJmuiden wäre gegen 13.45 Uhr. Moment, sollten wir nicht um 9.30 Uhr ankommen? Na super! Da wir heute eigentlich noch bis nach Hause (Böblingen bei Stuttgart) wollten, machen wir vorsichtshalber schon Zwischenübernachtungspläne.
Uns bleibt also nichts, als die über vier Stunden Verspätung auszusitzen und die Naschvorräte zu vernichten, die Kik zum Glück mit hoch genommen hatte. Leider wurde ihr ja verboten, auch noch
die Küchenkiste mit in die Kabine zu nehmen, sonst hätten wir jetzt noch lecker was kochen können.

Irgendwann hört es zum Glück auf, allzu stark zu schaukeln. Um 14 Uhr kommen wir von Bord, schnell noch tanken und dann rein in den Stau. In ganz Holland ist heute irgendwie komplett hausgemachter Stop-and-Go wegen grundlosen Beschränkungen auf 70 km/h und 50km/h. Wir verfahren uns natürlich noch mal, weil Markus zwar ’ne Karte hat, die aber nicht richtig im Tankrucksack geknickt ist. Nach drei Stunden haben wir ca. 140km geschafft. Das kann ja noch was werden! Irgendwann geht es aber besser voran und wir machen wieder einen kleinen Abstecher, weil Köln auf den Schildern schöner klingt als Venlo, was eigentlich richtiger gewesen wäre. Darauf kommt es jetzt aber auch nicht mehr an. Trotz mehrfach vorausgesagtem schlimmen Regen bekommen wir überhaupt nichts ab. Unsere Hintern schmerzen, wir wollen nach Hause! Wir gucken in Böblingen auf die Uhr und sind völlig überrascht: 23.40 Uhr. Das ging dann ja doch recht schnell. Ab ins Bett und tschüss…