Isle of Man 2015 – Tag 2

2.Tag: Montag, 1. Juni 2015
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Die Reise geht weiter

Wir wachen morgens gegen 6 Uhr auf und es ist gerade Land in Sicht. Um 7 Uhr sagt die freundliche Holländerin, dass es schon wieder 6 Uhr ist. Welcome to Britain! Wir frühstücken dann erstmal die letzten Marienkäfer-Kekse von Carolins viertem Geburtstag, Äpfel, Möhrchen und ein paar Müsli-Riegel. Gegen 7 Uhr britischer Zeit legt die Fähre in Kingston upon Hull an.

Ankunft in Hull
Ankunft in Hull

Die Mädels hüpfen noch ein bisschen und kurz vor acht dürfen auch wir wieder runter aufs Car Deck 7 zu unserem Bulli. Ein paar Engländer haben die Ruhe weg und lassen alle warten. Nach der Passkontrolle geht es dann quer durch England. Wir fahren diesmal eine leicht andere Strecke als 2012, vorbei an Goole, Knottingley, Wetherby, Harrogate, Skipton und Lancaster nach Heysham, wo wir um 12.40 Uhr gut in der Zeit ankommen.

Nordengland
Nordengland

Unterwegs legen wir bei Harrogate den ersten Stopp für Helen ein kotz. Kurz vor Lancaster ist dann noch ein zweiter notwendig. Zum Glück sind wir seit dem Urlaub im Bayerischen Wald gut darauf vorbereitet.

In einem kleinen Örtchen auf der Strecke besorgen wir noch »Stugeron 15« gegen See- bzw. Reisekrankheit und ahnen dabei noch nicht, dass das eine grandiose Entscheidung war.

In Heysham regnet es mal wieder. Die Warterei ist gefühlt unendlich. Gegen 13.30 Uhr kommen wir an Bord. Es ist schon ziemlich voll, aber in der Junior Area ist nicht viel los und es steht wieder eine »Wache« davor, damit tatsächlich auch nur Familien mit Kindern dort Platz finden. Wir bekommen quasi den gleichen Tisch wie 2012. Dann füllt sich die Fähre langsam.

Irgendwann meldet sich der Kapitän und meint etwas von „20 Uhr Ankunft“. Waaaas? War nicht 17.45 Uhr geplant? Wir sind leicht schockiert. Der Sturm ist wohl so stark, dass wir einen Umweg an der walisischen Küste entlang fahren müssen. Zwischendurch kommt wieder eine Durchsage: Wer heute noch geplant hatte zu campen, für den sei gesagt, dass es starke Regenfälle gibt. Die Heilsarmee verteilt heißen Tee, außerdem hätten sich Inselbewohner angeboten, den Campern Unterschlupf zu gewähren. Das ist doch mal nett. Die Sickness-Tabletten helfen zum Glück.

Marn´ hol fast!
Marn´ hol fast!

Wir kaufen erstmal das TT-Programm. Den Mädels wird langweilig und da das Abendbrot in weite Ferne gerückt ist, gönnen wir uns Pommes. Wir quatschen ein bisschen mit Eugen und Dennis. Die Jungs vom Gruseleck sind auch an Bord.

So gegen halb sechs haben wir dann noch mal Spaß: Die Wellen sind beachtlich und schlagen bis hoch an die Fenster. Die Wirkung der Tabletten lässt bei Tante Silke so langsam nach. Der Kapitän kündigt ein Richtungsänderungsmanöver an und sagt, man solle doch bitte sitzen bleiben. Kik muss aber doch ein paar Mal aufstehen und die vollen Tüten wegbringen. Die Mädels und Tante Silke geben alles wieder her, was zuvor verspeist wurde: Pommes, Kekse, Müsliriegel, …

Jetzt kann die Insel dann aber langsam auch kommen! Gegen 18.20 Uhr meldet sich wieder der Kapitän zu Wort. Wir sind wohl in einer Stunde dort, aber „unfortunately“ ist das Wetter so schlecht, dass wir erst gegen 22.30 Uhr in den Hafen einlaufen und somit vom Schiff runter können. Waaaaas? Wahnsinn macht sich breit. Wir schreiben derweil alle Hoffnungen ab und lassen den Rest des Tages auf uns zukommen. Uns ist kalt und die für drei Stunden Fährfahrt mitgenommenen Vorräte gehen so langsam zu Ende.

Kurz nach 19 Uhr dann die Wendung: Der Kapitän will es doch versuchen. Juhu! Das ganze Schiff im Freudentaumel, vor allem weil die Stabilisatoren ausgeschaltet werden. Ein kleiner Junge bekommt Panik und hört nicht mehr auf zu schreien.

Gegen 20 Uhr fahren wir unverhofft an der Promenade in Douglas entlang und freuen uns, dass der Himmel aufreißt und die Sonne rauskommt. Wir verwerfen unseren Plan B, bei Dave im Glen Mona Pub Unterschlupf zu suchen und fahren direkt zum Campingplatz.

Himmel reißt auf
Himmel reißt auf

Dort angekommen ist es noch etwas nass, aber es sieht nicht so aus, als wenn es heute noch mal regnet. Außerdem ist noch genug Platz auf der oberen Terrasse in ausreichender Entfernung zum Feuer. Da die Mädels die Ankunft am Dhoon Glen verschlafen haben, nutzen wir dies aus und bauen schnell die drei Zelte auf. Zuerst das neue Proviantzelt, dann unser großes, danach Wulfis. Irgendwann kommen Eugen und sein Sohn auch an. Er musste an Bord noch etwas klären, weil sein Moped ramponiert wurde. Nun ist gerade noch so viel Platz neben uns, dass deren zwei Zelte da stehen können. Die Mädels werden wach und sind motzig. Wir beeilen uns mit den Luftmatratzen und Schlafsäcken. Irgendwann steht alles Wichtige, der Rest muss auf morgen warten. Die Mädels schlafen bald ein, wir machen noch einen Nudeltopf in der Hütte. Danach gibt’s Bier am Lagerfeuer. Heiner kommt vorbei und bereitet schon mal seine legendären Carling-Bomben vor.

Wir haben Vollmond und es ist kalt, aber schön. Zwischen 23 und 24 Uhr sind wir so müde und kaputt, dass wir die Segel streichen.

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